Nahost

Nach Aussetzung der Angriffe auf Iran: Brent-Ölpreis fällt

Die Ölpreise brachen ein, nachdem die USA sowie Iran am Wochenende ihre Angriffe ausgesetzt haben. So stürzte der Brent-Preis um elf Prozent ab und fiel damit unter 90 US-Dollar pro Barrel. Für den plötzlichen Friedenswillen seitens der USA scheint es mehrere Gründe zu geben.
Nach Aussetzung der Angriffe auf Iran: Brent-Ölpreis fälltQuelle: Sputnik © RIA Nowosti

Die Brent-Ölpreise sanken zu Anfang des Handelstages am 27. Juli um 11,6 Prozent auf 85,5 US-Dollar pro Barrel. Damit lagen sie laut Angaben der Plattform Investing.com um 5,24 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages. Nach Angaben der Londoner ICE-Börse verlangsamte sich der Rückgang daraufhin, und der Kurs erholte sich auf 92,1 US-Dollar. Der Rückgang betraf auch die US-Ölsorte WTI: Die September-Futures verloren 0,5 Prozent und fielen sogar auf 84,7 US-Dollar pro Barrel.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, sanken die Ölpreise infolge der Aussetzung der US-Angriffe auf iranisches Territorium. US-Präsident Donald Trump erteilte diese Anweisung wenige Stunden nach der Ankunft einer Delegation aus Oman in Teheran. Nach Angaben des Portals Axios könnten die Parteien in Kürze eine Vereinbarung über die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus schließen.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angeordnet, ab Freitag, dem 24. Juli, keine neuen Angriffe auf Iran durchzuführen, und damit eine fast zweiwöchige Serie der Militärhandlungen unterbrochen. Der Sprecher der iranischen Armee, Mohammad Akraminia, erklärte:

"In den letzten beiden Nächten haben die Amerikaner ihre Angriffe eingestellt. Da unsere Strategie, wie ich bereits sagte, im Wesentlichen auf Vergeltungsmaßnahmen beruhte, haben auch wir unsere Vergeltungsoperationen eingestellt."

Trump hat seine Pläne für eine drastische Verschärfung der Militäraktion gegen Iran aufgegeben, nachdem Berater ihn vor den möglichen Folgen gewarnt hatten. Wie die Zeitung The New York Times erfahren hat, waren Befürchtungen hinsichtlich einer Verringerung der Bestände an US-amerikanischen Patriot-Abfangraketen und anderen Luftabwehrsystemen im Nahen Osten einer der entscheidenden Faktoren. Es gibt jedoch auch andere Informationen.

So berichteten die Medien zuvor über einen neuen Bericht der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) über US-Einrichtungen im Nahen Osten, die innerhalb eines halben Monats angegriffen worden waren. Diese Liste wirft ein Licht auf den plötzlichen Friedenswillen seitens der USA. So haben die US-Luftabwehrkräfte innerhalb von 15 Tagen sieben Kommando- und Kontrollzentren sowie sechs Radaranlagen der Patriot-Luftabwehrsysteme verloren. Auf der Liste der getroffenen Objekte stehen drei Radaranlagen zur Überwachung und Kontrolle des Luft- und Seeraums, acht Radarsysteme zur Erkennung und Frühwarnung, sieben Radaranlagen der Luft- und Raketenabwehr sowie fünf Langstreckenradare.

Bombardiert wurden auch die Flugplätze des Pentagons im Nahen Osten. Bei den Luftangriffen wurden laut Bericht folgende Einrichtungen zerstört: sechs Hangars für strategische MQ-9-Drohnen; ein Hangar für die Ausbildung von F-15-Kampfflugzeugen; ein Drohnenhangar, in dem sich acht neue Drohnen befanden; zwei Kommandozentralen; eine Betankungsplattform für Flugzeugträger; ein Hangar für P-8-Flugzeuge; vier HIMARS-Raketenabschussanlagen; sechs Hangars für Kampfflugzeuge; vier Patriot-Luftabwehrsysteme; sechs Raketenabschussplattformen; vier Schutzräume für Kampfflugzeuge; sechs Start-, Lande- und Abstellflächen. Genau aus diesem Grund musste Trump möglicherweise eine Pause in seinem verbalen Krieg gegen Iran einlegen, was sich auch auf die Ölpreise auswirkte.

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