
BSW will Publizistin Krone-Schmalz als Bundespräsidentin

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, plädiert das BSW dafür, die Journalistin und Publizistin Gabriele Krone-Schmalz zur Bundespräsidentin zu wählen. Als Begründung erklärte die Parteigründerin Sahra Wagenknecht dem Bericht zufolge: "Gabriele Krone-Schmalz wäre eine glaubwürdige Persönlichkeit, die vielen Menschen aus dem Herzen spricht." Die frühere Moskau-Korrespondentin der ARD war schon mehrmals bei Kundgebungen und Veranstaltungen des BSW als Rednerin aufgetreten.
Auch die beiden BSW-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt Claudia Wittig und Thomas Schulze sind von dem Vorschlag angetan. Sollte man in den sachsen-anhaltischen Landtag einziehen, werde man sich in der Bundesversammlung für die 76-jährige Gabriele Krone-Schmalz als "Kandidatin des Friedens" einsetzen.

Dies käme dem in der Bevölkerung verbreiteten Wunsch nach "einer anderen Politik und gerade auch einer anderen Repräsentanz" entgegen. Dieses Bedürfnis habe sich beim vergangenes Wochenende vom BSW ausgerichteten "Festival der Meinungsfreiheit" in Magdeburg gezeigt, erklärten sie laut der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung.
Nach zwei Amtszeiten darf der bisherige Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier nicht wieder kandidieren. Für die am 30. Januar 2027 Bundesversammlung beginnt deshalb bereits die Kandidatensuche. Die schwarz-rote Regierungskoalition hat bisher noch keinen gemeinsamen Kandidaten vorgestellt. Im Februar 2026 hatte Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigt, nach den Landtagswahlen im September der Öffentlichkeit einen Vorschlag unterbreiten zu wollen.
In ihren öffentlichen Auftritten verwehrt sich die Russlandkennerin Krone-Schmalz bei aller Kritik am Ukraine-Krieg immer wieder gegen das Feindbild Russland und macht sich für Verhandlungen stark. Wie die Publizistin in einem kürzlich erschienenen Interview mit der Berliner Zeitung schilderte, wird sie deshalb seit dem Februar 2022 nicht mehr in ARD- oder ZDF-Talkshows eingeladen.
Die am 1. September von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul verkündete Schließung des russischen Konsulats in Bonn und des Russischen Hauses in Berlin kritisierte Krone-Schmalz in dem Interview als unangebracht:
"Angesichts des Ermittlungsstandes ist es aus meiner Sicht alles andere als verhältnismäßig. Und in der Sache bringt das Maßnahmenpaket meines Erachtens gar nichts. Es wird dazu führen und hat ja schon dazu geführt, dass deutsche Einrichtungen in Russland geschlossen werden. Das heißt, es gibt immer weniger Begegnungsstätten, die gerade jetzt konstruktive Arbeit leisten könnten."
Die Frage des FAZ-Journalisten Michael Martens, wie die Europäer zur Tötung von mehr russischen Soldaten beitragen könnten, nannte sie "menschenverachtend und widerwärtig". Sie habe überhaupt kein Verständnis für diese Art von Fragestellung: "In einer Situation, in der so viele Menschen ihr Leben und ihre Gesundheit verlieren, halte ich intellektuelle Spielereien mit irgendwelchen Zitaten für unangebracht. Schon gar, wenn sie so menschenverachtend und kriegshetzerisch sind", erklärte Krone-Schmalz.
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