Wirtschaft

Während Öltransit über Druschba-Nordstrang ausfällt: Kasachstan weicht im Mai auf Tanker aus

Ab dem 1. Mai wird die PCK-Raffinerie in Schwedt kein Pipeline-Öl aus Kasachstan erhalten, da Russland aus technischen Gründen die Durchleitung des Brennstoffs über den Druschba-Nordstrang einstellt. Das zentralasiatische Land will auf alternative Exportwege ausweichen.
Während Öltransit über Druschba-Nordstrang ausfällt: Kasachstan weicht im Mai auf Tanker aus© Urheberrechtlich geschützt

Wegen des Ende April angekündigten Transitstopps über den Nordstrang der Öl-Pipeline Druschba will Kasachstan im Mai 260.000 Tonnen Rohöl auf alternative Exportrouten umleiten. Dem Energieministerium in Astana zufolge sollen die Lieferungen nun über den russischen Ostseehafen Ust-Luga und das Kaspische Pipeline-Konsortium (CPC) erfolgen. Die Sprecherin des Resorts, Assel Serikpajewa, wird von der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit den Worten zitiert:

"Im Zusammenhang mit einer Korrektur des Transitplans für das System Druschba in Richtung der Raffinerie Schwedt in Deutschland im Mai 2026 kündigt das Energieministerium eine planmäßige Umleitung von 260.000 Tonnen Exportöl an."

Kasachstan erwarte keine Senkung der inländischen Ölförderung und könne die geförderten Mengen über andere Routen liefern, so Serikpajewa weiter. Ihr zufolge werde das zentralasiatische Land im kommenden Monat 100.000 Tonnen Rohöl über den Hafen Ust-Luga und weitere 160.000 Tonnen über das CPC abfertigen. Die beiden Routen seien inzwischen technisch bewährt. Die Umleitung habe man schon mit den Verladern abgestimmt. 

"Die existierende Transportinfrastruktur erlaubt es Kasachstan, die Stabilität seines Ölexports und störungsfreie Rohöllieferungen auf den globalen Markt im vollen Umfang zu gewährleisten."

Am 22. April hatte Kasachstans Energieminister Jerlan Akkenschenow unter Berufung auf inoffizielle Quellen angekündigt, dass Russland die kasachischen Ölexporte nach Deutschland über die Druschba-Pipeline ab dem 1. Mai stoppen werde. Ihm zufolge wollte sein Land im Jahr 2026 über den Druschba-Nordstrang nach Schwedt ungefähr drei Millionen Tonnen Öl liefern. Akkenschenow schloss dabei nicht aus, dass die Entscheidung der russischen Seite auf Angriffe aus der Ukraine zurückgehen könnte.

Später bestätigte Russland, dass es die Durchleitung von Öl aus Kasachstan ab dem 1. Mai aus technischen Gründen einzustellen werde. Die russische Seite informierte darüber die Bundesnetzagentur. Wie der für Energie zuständige stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak sagte, würden kasachische Öllieferungen "auf andere verfügbare Logistikwege umgeleitet."

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zeigte sich zuversichtlich, dass die PCK-Raffinerie ihre Produktion auch bei einem möglichen Stopp des Transits von Rohöl durch Russland aufrechterhalten könnte. Als alternative Lieferwege nannte Reiche die Häfen in Danzig und Rostock.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte Kasachstan seine Öllieferungen nach Deutschland auf bis zu 730.000 Tonnen verdoppelt. Im gesamten Jahr 2025 hatte das zentralasiatische Land an die PCK-Raffinerie in Schwedt 2,1 Millionen Tonnen Rohöl befördert.

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